Der Extremismus der Konsenskultur

Posted: 19. September 2011 in Intellektuelle, Theorie
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Politik sei die Fähigkeit jedes Beliebigen, sich um die gemeinsamen Angelegenheiten zu kümmern, schreibt Jacques Rancière. Und tatsächlich denkt der französische Philosoph nicht an Regierung und Parlament, wenn er von Politik spricht. Sein Interesse gilt dem Dissens, der die institutionellen Routinen und Machtkämpfe unterbricht und damit einen offenen Raum schafft. In einem solchen “politischen Moment” scheint ein anderer Lauf der Dinge möglich. Dabei versteht Rancière unter Momenten nicht bloß kurze Augenblicke geglückter Emanzipation. Er verwendet den Begriff auch im Sinne des Momentums, als Meilenstein, hinter den man nicht so schnell zurückkann.

Die Ereignisse von 1968 markieren für Rancière einen solchen Moment. In den damaligen Revolten wurde bestritten, dass Politik sich im Handeln klar begrenzter Gruppen erschöpft: Sie kann überall sein und muss nicht von vermeintlichen Experten betrieben werden. Auch habe der Mai 68 gezeigt, dass Herrschaft nicht gerechtfertigt werden kann. Gegen diesen anarchischen Geist ziehen heute nicht nur Papst Benedikt und Nicolas Sarkozy zu Felde; seit über 30 Jahren sei eine “intellektuelle Gegenrevolution” im Gange, schreibt der Pariser Theoretiker.

Weiter in der taz.

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